grafzahl-Tchi-10inch-Split Textblatt

Sechs Popsongs aus Braunschweig und Siegen auf einer kleinen Platte.
Wird auch wirklich mal Zeit, dass Tchi und grafzahl gemeinsame Sache machen. Schließlich wurden schon etliche gemeinsame Konzerte bestritten. Veröffentlicht wird diese Platte von Kontraphon (Berlin/Hamburg) und Siluh Records (Wien).

Veröffentlichung Mai 2005

Tchi loves you. Yeahyeahyeah!

Diese Geschichte handelt seit Beginn des Jahres 1996 vom Suchen und Stolpern genauso wie vom Aufrappeln und vom immer neuen Versuch etwas anderes als Deutschland zur Heimat zu finden. Denn „diese Welt ist nicht für mich gemacht“, soviel war klar.

„Here we are now, entertain us“ war schon damals bekanntlich zu wenig. „I know I'm just an amateur but I've gotta try“ hätte wohl für den Anfang eine gute Standortbestimmung zwischen dem DIY-Punk im Kopf und dem jung-wütenden Independent-Pop auf den Lippen abgegeben. Jugendliche Rebellion und schmissige Kapitalismuskritik gehen ja schon länger als sexy Pärchen durch die Strassen.

Miserables Schulenglisch!? Oder holpriges schwedisch? Ach, „scheiß auf deutsche Texte“, es geht schließlich um Musik.

Aber dort, wo charmanter Dilettantismus unweigerlich der Erfahrung weicht, auch dieser, die eigene Aufbruchstimmung nicht unendlich übertragbar machen zu können, dort wo sich nicht erst seit gestern „Angriffslust und Ratlosigkeit mischen“, dort findet kaum jemand ein schönes Zuhause. Ebensowenig ist dies ein Ort, an dem man sterben möchte.

„Survival never goes out of style“, also schnell besinnen auf den Ursprung, die unbändige Liebe zu den wunderlichen kleinen Aufmerksamkeiten des Lebens. Um 3 Uhr nachts einen Telefonhörer in der Hand halten. Und denken: „Pick up the phone and answer me at last.“ Und hören: „I miss you. Not in a sad way, but I miss you.“

Immer wieder erfahren, das hier noch nicht alles vorbei ist. „Jeden Tag könnt alles passieren, kann nichts vorher schon reparieren“ und deswegen aufrappeln und noch einmal anders probieren. Fehlende Verknüpfung herstellen: „Bin Satellit in dem Moment“ und „eine Tonne Herz und Gitarren“ ins All hinausschießen und sehen was passiert.

„Wir sind angekommen. Woher ist nicht so wichtig. Das ist schon alles, was du wissen musst. Und bist du mit dabei!? Die Uhren bleiben stehen. Das ist das nächste große Ding. Wir drehen uns nicht mehr um bevor wir gehen.“

Zitate: Superpunk, Nirvana, Nada Surf, Die Sterne, Kolossale Jugend, Jawbreaker, The Notwist, Pinback, grafzahl, Delbo, Dr. Rasmus Engler, Tchi

Tchi sind schon immer

Dennis Frank (Schlagzeug)
Eike-Christian Heine (Bass)
Jan Reichelt (Gitarre, Gesang)

Tchi Lieder

20, 20:15

DSL

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Modem

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Solange wir vor der Scheibe stehen, weiß dahinter noch immer jemand wie wir glücklich werden. Oder werden sollten. Und hinterher, paß auf, sonst weißt du es plötzlich selbst nicht mehr.

Manchmal, wenn ich durch die Stadt laufe... eine Straßenlaterne und ein paar Sterne. Mehr braucht es nicht, um zu sehen, dass es dir nicht gut geht. Mein Gott, wie es dir nicht gut geht.

Ziellos wandern durch leere Straßen immer wieder die Gedanken, und reißen alle Häuser nieder. In den Trümmern sitzen wir und singen Lieder. Wir können immer noch lachen, wenn wir morgens aufwachen.

Ich kann nun wirklich nichts dafür, dass mir das alles nichts bedeutet, bunte Bilder, Belustigung zum Schraubverschließen, Spazierenfahren in stinkenden Blechbüchsen. Es macht nur glücklich, was einen Preis hat.

Das kann dich alles nicht ändern, wenn du es nicht lässt. Das kann dich alles nicht ändern, wenn du es sein lässt. Und jeder dieser Trends ist ein kleiner Faschist, aber diesmal machst du doch ganz bestimmt nicht mit. Oder?

Schöne Grüße

DSL

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Modem

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Der Dreck an unseren Fingern fängt zu kleben an. Und wenn der Abspann läuft, fängt das Leben an.

Warte noch einen Moment. Unsere Namen stehen auch irgendwo da unten. Die Kiste in der wir sitzen, fängt sich zu drehen an, wird schneller, fliegt auseinander, und gleich sind wir verschwunden.

Schöne Grüße aus dem Weltall.

Rakete

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Da bin ich in einer Rakete. Du schaust weg, denn es gibt nichts mehr zu sehen. Hier ist alles so aufgeräumt. Ich will viel lieber mit der Sonne gehen.

Auf meinen Schuhen steht fight und ich komme euch besuchen. Ziehe sie aus, weiß nicht wogegen. Aber wenn ich wieder geh, weiß ich wofür.

Diese Stadt sehen und sterben und Schätze in Plastiktüten spazierentragen bis die Griffe reißen.

+ Rakete Remix (Nils)

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(4:10, 4,77 MB, 160 KBits/s)

+ Rakete Remix (Heine)

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(3:13, 3,69 MB, 160 KBits/s)

Tchi Kontakt

Tchi
c/o Jan Reichelt
Huttenstraße 6
38114 Braunschweig

Telefon: 05 31 – 3 88 49 71

Homepage: http://tchi-musik.de


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grafzahl - stacheln und draht, baby

was war: Wer will, kann grafzahl schon seit diversen Jahren kennen. Immerhin erschien 1993 mit "Muffensausen" die erste EP. Die drei Siegener gehörten zu einer der einflussreichsten und agilsten Zellen von aufregendem, reflektiertem Deutsch-Pop-Punk in den Neunzigern. Zelle klingt nach Knast - meint aber Gegenteiliges. Denn der einst auf angenehmste Weise Boxhamsters-inspirierten Band ging es nie um den bloßen selbstgefälligen Fame. Auf ihrem do-it-yourself Label Knorz Records veröffentlichten sie wegweisende Underground-Platten, schafften Links, prägten eine Szene mit. Das ist in wenigen Worten die story so far.

was ist: Sollte bei dem Einen oder Anderen diese Historisierung bisher noch nicht angekommen sein, auch kein Problem. Denn man begegnet sich doch immer zweimal im Leben -mindestens. Auf der Autobahn, an der Käsetheke, im Gebeinhaus, oder im hiesigen Club der Stadt. grafzahl stellen dabei sicher keine Wiederkehrer dar, schließlich waren sie selbst im klassischen Sinne von Kulturindustrie-Vermarktungs-Geisterbahn nie wirklich weg. Sondern gut unterwegs. Und dennoch: die Zeit zwischen dem letzten Album "Der Gönner" (auf Beri Beri Records) und dem ganz neuen ist letztlich so lang geworden, dass man sich schon auch mit dem Gefühl konfrontiert sieht, hier jemanden wiederzutreffen. grafzahl, dieses hochverdichtete Trio, dessen großer Reiz immer auch sein dandyhafter Autismus ist. Dass sie nicht nur harsche Erkenntnisse und Wunden des Hier und Jetzt offenlegen, sondern immer auch ein leicht entrücktes Grinsen mit sich führen. Ich habe das selbst immer als eine gebrochene Form der aristokratischen Tugend des Bescheidwissens verstanden. Also: zu überlegen, nicht auch mal verschmitzt sein zu wollen.

was ist jetzt: So sind sie ästhetisch dann auch ganz große Fuchsjagd, unbeirrbar und vielleicht sogar Bluter. Eben ganz "die Grafen", als die sie von Fans, Freunden und Verwandten gerufen werden. Dabei wirken sie und ihre Musik immer so freundlich, so höflich. Doch bei all dem love-o-meter, das hier aufgefahren wird, sind grafzahl natürlich trotzdem keine vertrottelten Schöngeister. Sondern ausgestattet mit dem perfiden Gespür dafür, immer wenn die Harmonie in Text und Ton zu eskalieren droht, die Stacheln auszufahren. Plötzlich: Blitze statt Prinzessin.

Die kongenialen Texte tun ihr übriges und genießen das Leben in der sinisteren Halbwelt zwischen Wohl und Wehe. Oder zwischen "Triumph and Agony", wie es einst bei Doro Peschs Warlock hieß.

was wird: 2002/2003 - Das Ergebnis der neusten Bemühungen ist die Platte "Alles Muß Schwimmen". Die neben dem beloved Gitarren-Pop-Sound so richtig Türen und Fenster öffnet. Denn wo bei diversen Protagonisten Regress regiert und irgendein stumpfer Rock-Gestus aus besseren Tagen abgefeiert wird, geben sich grafzahl vielschichtig. Elektronische Momente machen zum Beispiel die Single des Albums, "Einkaufen Mit Getränken" fast zu einem Electro-Clash-Smasher. Hit! Zu dem Song wurde bereits ein schön übergeschnapptes Video gedreht. Mit Hasen auf Rädern. Überhaupt: Soviele Ideen auf den Songs - und keine nervt. Alles muss klingen - und schwimmen. Die Nummer erscheint auf dem befreundeten Kölner Label Tumbleweed. Und in aller Wohlerzogenheit ging man davon ab, die fragwürdige Bewerbung "Das Album Zur Jahrhundertflut" zu verwenden. Denn auch ohne Selfmade-Provo wird das hier seinen Weg zu den vergnügten Mini-Punks und sonstigen Wut-Poppern finden. Und nicht zu knapp. Wir sind viele. Durchzählen!

Linus Volkmann

grafzahl lieder

barnie

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ganz alleine trinken, und zwar da, wo ich vorher noch nie war, kannst du das sehen? kannst du das hören? kannst du das verstehen? und ich bin nicht pessimistisch, und ich bin nicht depressiv, und es ist niemand da, der mir irgendwas verbieten kann, und die tische sind wacklig, genau wie ich selbst, und ich höre mich sagen: pass auf daß du nicht fällst! und am ende, glaub ich, stolpern alle irgendwann, bestimmt. ganz alleine tanzen, hast du angst davor, dass du eines tages angst bekommst? oder sind wir schon mittendrin? und dann dinge tun, die dir jemand anders aufschwatzt, angst ist so ein guter bausatz, und daraus wird schnell ein ganzes hochhaus, ohne fenster und ohne tür.

trottle

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als größter trottel aller zeiten kann ich heut schon die pokale sehen, ich weiß nicht was das war, ist mir so rausgerutscht, und ich komm auch sofort dran, brauch nicht in warteräumen rumzustehen, es war mal da, doch ich glaub jetzt ist es ausgelutscht, und was ich will gibt's nur im laden, in dem ich leider nie was kaufen kann, ich war grad in der nähe, und ich trau mich nicht, währenddessen fährt ein zug ab, und ich komm an keinem bahnhof an, das neben mir im spiegel, ist das mein gesicht? wär ja wirklich noch ganz gern geblieben, und im regen dann nach hause war auch nicht ganz so schön, hab ich wirklich alles aufgeschrieben? und wer soll das verstehn? das ist alles gut versteckt, das sind worte in kartons verpackt, wenn was ankommt dann bestimmt nicht wie geplant, und ihr könnt mir gratulieren dazu... zum grössten trottel aller zeiten. an einem anderen ort schlägt jemand grad ein jahrbuch auf und will zurück, ich werf meine alten sachen grad zum fenster raus, und welche stadt soll hier denn schöner werden, reiss sie einfach ab, bringt glück, wer weiß, vielleicht sieht's hinterher ja besser aus? das schlechteste gewissen schieben, und der, der es haben sollte, wird präsident, der hat sich ein neues aufgetrieben, und wer ist das, der da rennt? möchte auch mal so gut schlafen bei allem was ich tu, sind's tabletten? oder sag mir wie das gehn soll, und ihr könnt mir gratulieren dazu... zum grössten trottel aller zeiten.

butter

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danke danke danke – danke für die einladung, doch ich glaub ich kann nicht mehr bleiben, ich glaub ich hab genug gesehen, vielleicht sollte ich besser gehen, vertrag ist aufgesetzt, und danach bitte alles unterschreiben, wir spielen verstecken, zählt bis 10, ihr werdet mich bestimmt nicht sehen, ein kleines männchen sitzt dir im ohr, sagt dir seit jahren, was du machen sollst, versucht zu sagen, wer ich bin, ich hör da einfach nicht mehr hin, ein kleines männchen sitzt mir im ohr, sagt mir seit jahren was ich machen soll, ich hör da einfach nicht mehr hin, ich hör da einfach nicht mehr... jeden tag könnte alles passieren, kann nichts vorher schon reparieren, und warten bis es butter wird ist mir zu lang, jeden tag könnte alles passieren, kann nichts vorher schon reparieren, sag mir nicht es wär zu spät, ich fang jetzt erst an. danke danke danke – danke für die einladung, und das weiß auch die versicherung, bei dir ist alles viel zu aufgeräumt und alles im regal, ein kleines männchen sitzt dir im ohr wie lange wird das wohl noch gutgehen? ich hör da einfach nicht mehr hin, ich glaub es wär mir ganz egal.

grafzahl kontakt

Hotellounge Booking & Promotion
(a division of onetake.de)
Jenneweg 49
66113 Saarbrücken

Homepage: http://knorzrecords.de/grafzahl


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